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«Pinocchio» in German

Book Pinocchio in German

Pinocchio

3.041186 votes
✒ Author
📖 Pages165
⏰ Reading time 6 hours
💡 Originally published1883
🌏 Original language Italian
📌 Types Tales , Novels , Fairy tale
📌 Genres Children's literature, Adventure, Psychological, Philosophical, Parable
📌 Sections Adventure novel , Psychological novel , Philosophical novel

Table of contents

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Pinocchio: read the book

Erstes Stück

Ein Holzscheit, das sprechen, lachen und weinen kann
Es war einmal ...
»Ein König!« – meinen gleich die klugen kleinen Leser.
Aber diesmal, Kinder, habt ihr weit daneben geraten. – Es war einmal: ein Stück Holz, ja, ein ganz gewöhnliches Holzscheit! Draußen lag es im Wald mit vielen andern Stücken auf der Beige. Ein Fuhrmann kam, lud sie alle auf den Wagen und fuhr damit zur Stadt dem Schreiner-Toni vor das Haus. Das Holz ward gesägt und gespaltet; denn im kalten Winter sollte es im knisternden Ofen die Stube wärmen. – Ein Glück, daß Toni das eine Scheit bemerkte. Es war so hübsch gerade und hatte keinen Ast; drum stellte es der Schreiner in eine Ecke seiner Werkstatt und dachte: »Ein gutes, glattes Stück, 's wär schade, es zu verbrennen.«
Toni verstand sein Handwerk und war überall bekannt. – Man nannte ihn freilich nur den Meister Pflaum; doch das kam davon, daß seine zierlich runde Nasenspitze so duftig blau erglänzte wie eine reife Pflaume, die unberührt am Baume hängt.
Eines Tages war Meister Pflaum daran, einen Tisch zu verfertigen. Eben sah er sich in der Werkstatt nach dem passenden Holze um, erblickte das Scheit in der Ecke, rieb sich freudig die Hände und murmelte zufrieden vor sich hin: »Das Stück da kommt mir wie gerufen, es gibt einen Tischfuß.« Gleich nahm er das scharfe Beil, um die Rinde abzuschlagen. Der erste Hieb fiel auf das Holz, da – »Oje, oje«, wimmerte erbärmlich ein zartes Stimmchen, »nicht so arg schlagen, nicht so arg!« –
Potz Blitz! was war das? – Kalte Angst kam über den guten Schreiner, die Haare standen ihm zu Berge, er hatte nicht mehr Zeit, die ausgestreckte Hand mit dem Beile sinken zu lassen, und so stand er unbeweglich da wie das Einfahrtszeichen an der Eisenbahn, wenn es dem daherbrausenden Zuge »Halt!« gebietet.
Nach einiger Zeit erholte sich Meister Pflaum von seinem Schrecken, und nun durchsuchte er ängstlich die ganze Werkstatt. – Es war niemand zu sehen. Er guckte unter die Hobelbank, – niemand! in den stets verschlossenen Schrank, – niemand! in den Korb mit den Hobelspänen und dem Sägmehl, – niemand! er machte die Türe auf und sah auf die Straße, – auch niemand! Nanu? ...
Mit erzwungenem Lachen kratzte sich der Schreiner hinter den Ohren und sprach:
»Ganz klar! Ich hab's. – Das Stimmchen war eine närrische Einbildung. Nur wieder mutig an die Arbeit!«
Fest nahm er das Beil in die Hand, kräftiger noch wie das erste Mal führte er den Hieb auf das Holz, tief drang die scharfe Schneide ein: »Au! Wie hat das wehgetan!« klagte laut das gleiche Stimmchen.
Jetzt ward Meister Pflaum wie versteinert: seine Augen traten weit hervor aus den Höhlen, sein Mund stand sperroffen, die Zunge hing ihm über die Unterlippe herab so tief wie den Wasserspeiern am Springbrunnen.
Nach einiger Zeit fand er die Sprache wieder; aber er zitterte immer noch entsetzlich und fragte stotternd:
»Wo mag denn nur dies Jammerstimmchen hergekommen sein? Das Holz da wird doch nicht weinen und klagen können wie ein kleines Kind! – Unmöglich! – Schau mir's nur einer an: ist es nicht ein Scheit wie jedes andere? Hätte man es gesägt und gespaltet, so wäre es vielleicht längst zu Asche verbrannt. – Nanu!? – Oder ... wirklich! es könnte sein? – Einer versteckt in dem Holze? – Na! Der hätte sich einen ungeschickten Platz gesucht! Wart, dir will ich's bequemer machen; gleich helf' ich dir heraus.«
Sprach's, packte das unschuldige Scheit mit beiden Händen und warf es erbarmungslos an die Wand der Werkstatt.
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