«The Emperor» in German
Der Kaiser
52 votes
✒ Author | Georg Moritz Ebers |
📖 Pages | 906 |
⏰ Reading time | 28 hours 30 minutes |
💡 Originally published | 1881 |
🌏 Original language | German |
📌 Type | Novels |
📌 Genre | Historical |
📌 Section | Historical novel |
Table of contents
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Der Kaiser: read the book in the original
Vorwort
Vor vierzehn Jahren plante ich nach einer Reihe von Vorlesungen, welche ich über die Römerzeit in Ägypten gehalten hatte, die Geschichte, welche ich in diesem Buche erzähle. Aber wissenschaftliche Arbeit drängte die Lust am poetischen Schaffen zurück, und als diese die Flügel wiederum kräftiger zu regen begann, fühlte ich mich von anderen Stoffen lebendiger angeregt. So kam es denn, daß ich die Zeit Hadrians später zum Hintergrunde einer Dichtung wählte, als selbst die jüngere Epoche der anachoretischen Bewegung.
Mit der Beendigung dieses Romans hat mein alter Wunsch, die wichtigsten Abschnitte der Geschichte des ehrwürdigen Volkes, dem ich seit beinahe einem Vierteljahrhundert mein Leben weihe, dichterisch zusammenzufassen, seine Erfüllung gefunden. Die Glanztage der Pharaonenzeit habe ich in der »Uarda«, den Heimfall Ägyptens an die junge Weltmacht der Perser in der »Königstochter«, die hellenische Epoche unter den Lagiden in den »Schwestern«, die Römerzeit und das Aufkeimen des jungen Christentums in dem »Kaiser« und die anachoretische Bewegung in den Ägypten benachbarten Wüsten und Felsenlandschaften in »Homo sum« zur Darstellung zu bringen versucht. So wird denn »Der Kaiser« der letzte Roman sein, dem ich das alte Ägypten zum Schauplatz anweise.
Diese Reihe von Dichtungen hat meine Leser nicht nur mit der Kulturgeschichte Ägyptens bekannt machen, sondern ihnen auch die Erkenntnis von einigen besonders mächtigen Ideen, welche das Altertum bewegt haben, erleichtern sollen.
Wieweit es mir gelungen ist, die dargestellten Epochen zu farbigen, der Wirklichkeit nahekommenden Gemälden zusammenzufassen, wage ich nicht zu beurteilen. Denn wenn sich schon gegenwärtige Dinge in verschiedenen Köpfen verschieden spiegeln, so muß dies doch weit bestimmter bei längst vergangenen und halb vergessenen der Fall sein.
Wie oft war ich genötigt, wenn bei der Wiederbelebung einer fernen Vergangenheit die Mittel der Wissenschaft versagten, von der Einbildungskraft Rat und Hilfe zu fordern und mich des Wortes zu erinnern, daß der Dichter ein rückwärts schauender Prophet sein soll. Ruhig durfte ich der Phantasie gestatten, die Flügel zu entfalten, denn ich blieb Herr über sie und kannte die Grenzen, bis zu denen ich ihr erlauben durfte, sich aufzuschwingen. Ich hielt es für mein Recht, viel frei Erfundenes zu zeigen, aber nichts, das nicht in der darzustellenden Zeit möglich gewesen wäre. Die Rücksicht auf diese Möglichkeit hat überall der Phantasie Schranken gesetzt; wo die vorhandenen Quellen gestatteten, völlig treu und wahr zu sein, bin ich es stets gewesen, und die vorzüglichsten unter meinen Fachgenossen in Deutschland, England, Frankreich und Holland haben dies mehr als einmal bezeugt. Aber ich brauche wohl kaum hervorzuheben, daß die dichterische Wahrheit eine andere ist als die historische, denn diese soll möglichst unberührt bleiben von der Subjektivität ihres Verkünders, jene kann nur durch das Medium der Phantasie des Künstlers zur Wirkung gelangen.
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